Zwei Umzugsarten in einem Ortsteil
Wer in Zehlendorf umzieht, zieht entweder aus einer Etagenwohnung oder aus einem Haus. Zwischen beiden liegen oft nur ein paar Straßenzüge, im Aufwand liegen Welten. Die Wohnung an der Hauptstraße hat ein Treppenhaus, eine feste Etage und meistens einen Stellplatz, den man beantragen muss. Das Haus in der Seitenstraße hat keine Etage, dafür mehr Räume, als in der Anfrage stehen.
Deshalb fragen wir bei jeder Anfrage aus Zehlendorf zuerst nach der Bauart und nicht nach der Quadratmeterzahl. Ein Haus mit hundert Quadratmetern Wohnfläche kann mehr Ladung enthalten als eine Wohnung mit hundertvierzig, weil Keller, Dachboden und Garage nicht in der Wohnfläche stecken. Wer das nicht trennt, plant den halben Umzug falsch.
Die Lage im Ortsteil spielt beim Zeitplan mit. Rund um die S-Bahn und entlang der Hauptachsen ist der Verkehr dichter, dort lohnt es sich, früh zu beginnen. Südlich zum Teltowkanal hin wird die Bebauung ruhiger und lockerer, dort ist selten Verkehr das Problem, sondern der Weg vom Haus bis zur Ladekante.
- Wohnung: Etage, Treppenbreite, Aufzug ja oder nein, Stellplatz vor dem Haus
- Haus: Keller, Dachboden, Garage, Gartenhaus, Werkstatt, Terrasse
- Beides: Zerbrechliches, Große Schränke, alles was zerlegt werden muss
Warum die Schätzung nach Zimmerzahl hier daneben liegt
Die übliche Faustformel rechnet Zimmer mal Kubikmeter. In einer Wohnung geht das auf, im Haus nicht. Ein Haushalt mit vier Wohnzimmern, aber vollem Keller, ausgebautem Dachboden und einer Garage mit Werkbank bringt schnell das Doppelte dessen auf die Waage, was die Zimmerzahl vermuten lässt. Der Unterschied ist kein Detail, er entscheidet über Fahrzeuggröße, Mannschaft und Tagesplan.
Am häufigsten unterschätzt werden Keller und Dachboden. Beides sind Räume, die man selten betritt und die sich über Jahre füllen. Fahrräder, Reifen, Farbeimer, Einweckgläser, Kartons vom letzten Umzug. Bei der Besichtigung gehen wir diese Räume deshalb zuerst durch, nicht zuletzt.
Zeigt sich beim Rundgang, dass ein Teil des Hausstands gar nicht mit umziehen soll, nehmen wir das sofort mit auf. Kleinere Mengen gehen nach Zeit weg, ab 15 € je Stunde; wo ganze Räume leergezogen werden, rechnen wir nach Volumen, ab 39 € je Kubikmeter. Am Umzugstag steht dann nur noch auf dem Wagen, was auch wirklich in die neue Adresse gehört.
Der Weg vom Haus zum Wagen
Im Südwesten ist nicht die Etage der Preistreiber, sondern die Entfernung. Bei einer Wohnung an der Hauptstraße sind es vom Hauseingang bis zur Ladekante oft fünf Meter. Bei einem Haus mit Vorgarten, Einfahrt und Tor können es fünfzig sein, und jede Kiste legt diesen Weg einmal zurück. Zwanzig Meter mehr klingen nach nichts und kosten über zweihundert Kartons gerechnet Stunden.
Wir messen den Weg deshalb bei der Besichtigung ab und legen fest, wo der Wagen steht, wo die Rollwagen fahren und ob eine Zwischenstation auf der Terrasse oder in der Garage sinnvoll ist. Bei langen Wegen setzen wir eine Kraft mehr ein, statt dieselbe Mannschaft länger laufen zu lassen. Das ist im Ergebnis meist günstiger.
Zufahrt, Halteverbot und Termin
An den Hauptstraßen ist selten spontan eine Lücke frei, deshalb setzen wir dort auf die Halteverbotszone. Eine einzelne Adresse steht mit ab 59 € in der Liste, Auszugs- und Einzugsseite zusammen mit ab 89 €. Antrag, Aufstellen und Einsammeln sind darin schon eingerechnet. Rechnen Sie mit mindestens vier Werktagen Vorlauf, sonst wird die Zone nicht rechtskräftig.
Beim Haus mit eigener Einfahrt braucht es die Zone oft nicht. Dafür schauen wir uns die Einfahrt an: Höhe des Tors, Breite zwischen Pfosten und Hecke, Untergrund. Ein einundzwanzig Kubikmeter großer LKW passt an vielen Stellen in Zehlendorf ohne weiteres, an manchen nicht, und das will man vorher wissen und nicht am Morgen des Umzugs.
Termine legen wir nach dem Volumen fest, nicht nach dem Kalender. Gearbeitet wird von Montag bis Freitag, und innerhalb dieser Woche kostet jeder Tag gleich viel. Einen Aufschlag für den Monatsletzten, für die Ferienwochen oder für einen kurzfristig gebuchten Termin führt diese Liste nicht. Wer flexibel ist, gewinnt dadurch nichts beim Preis, aber viel bei der Terminauswahl.
- Anfrage über das Formular oder telefonisch, mit Bauart und Adresse
- Besichtigung vor Ort, Keller und Dachboden inbegriffen
- Festpreis schriftlich, mit Fahrzeug, Mannschaft und Zeitfenster
- Umzugstag, bei Bedarf mit Halteverbotszone an beiden Adressen